Welches Spielzeug ist für mein Kind geeignet?

 

Nicht nur Pädagogen oder Psychologen machen sich Gedanken über den Sinn von Spielen. Auch Eltern fragen sich immer häufiger, welches Spielzeug die geistige und soziale Entwicklung ihrer Kinder fördert. Die wichtigste Frage beim Kauf von Spielzeug lautet jedoch: Entspricht das Spielzeug den Bedürfnissen meines Kindes?

Spielzeug

Die seit Jahren immer wieder aufflammenden Diskussionen über die Sicherheit von Spielzeug und der berechtigte Wunsch vieler Eltern, ihre Kinder möglichst früh zu fördern, kann dazu führen, kindliches Spielverhalten nicht mehr aus Sicht des Kindes zu sehen, sondern unter Sicherheitsaspekten und quasi als die Arbeit des Kindes zu begreifen. Eltern ignorieren immer häufiger Altersangaben auf den Verpackungen, weil sie überzeugt sind, „dass mein Kind das schon kann.“ Das mag im Einzelfall durchaus berechtigt sein. Dem eigentlichen Sinn von Spielen wird es allerdings nicht gerecht.

Die gezielte Anregung birgt sogar die Gefahr der Überforderung. Kinder reagieren darauf mit Desinteresse. Zu bedenken ist immer, dass die Abfolge der spielerischen Verhaltensweisen zwar bei allen Kindern gleich ist, aber diese nicht bei allen Kindern im selben Alter auftreten. Selbst zwischen Jungen und Mädchen kristallisieren sich ab dem 2. Lebensjahr unterschiedliche Spielweisen heraus. Während Mädchen lieber im Rollenspiel nachahmen, wollen Jungen lieber wissen, wie bestimmte Dinge funktionieren.
 
Im Gegensatz zur Arbeit von Erwachsenen liegt also der Sinn des Spielens nur im Spiel selbst, denn nicht das Ergebnis interessiert, sondern die Tätigkeit an sich. Daran sollten wir Eltern uns halten. Das bedeutet nicht, dass Spielen zweckfrei ist. Küchenschränke ausräumen dürfte für die meisten Erwachsenen kaum sinnvoll erscheinen und doch lernen Kinder etwas über die physikalischen Eigenschaften von Töpfen, Deckeln, Messbechern oder Kellen. Was können wir Eltern also tun, damit wir das richtige Spielzeug kaufen, das Kinder anregt, aber nicht überfordert? Bei dem sie neugierig bei der Sache sind und bleiben?

Tipps:

  • Holen Sie Ihr Kind dort ab, wo es in seiner Entwicklung gerade steht. Überfordern Sie es nicht mit Spielzeug, das eigentlich nicht für seinen Entwicklungsstand geeignet ist. Unterfordern Sie es aber auch nicht.
  • Achten Sie genau darauf, wofür Ihr Kind sich gerade interessiert. Probieren Sie durchaus etwas aus (z. B. indem Sie Ihr Kind beim Kochen mithelfen lassen oder mit ihm die Natur erforschen), aber nicht unbedingt in einem Spielwarengeschäft, denn dort wird Ihr Kind sicherlich von den meisten Spielzeugen erst einmal begeistert sein.
  • Kinder müssen das Spiel selbstbestimmt kontrollieren können, um eigene Erfahrungen zu sammeln. Je mehr Möglichkeiten ein Spiel bietet, je freier ein Spiel ist, umso besser. Das gilt vor allem in den ersten Lebensjahren.
  • Auch wenn der Glaube weit verbreitet ist – Holzspielzeug muss nicht immer pädagogisch wertvoller sein als Plastikspielzeug. Die Frage ist, ob eine Rassel oder ein Beißring aus Plastik vielleicht kindgerechter ist, weil Ihr Kind damit mehr machen kann. Achten Sie beim Kauf darauf!
  • Ziehen Sie prinzipiell den Einkauf in einem guten Spielwarengeschäft dem Kauf im Internet vor. Gute Fachverkäufer verstehen es, anhand der Beschreibungen Ihres Kindes das passende Spielzeug auszuwählen.
  • Kaufen Sie Qualität, nicht Preis! Qualitätsspielzeug erhalten Sie in nahezu allen Preislagen. Verschaffen Sie sich also einen genauen Überblick und lassen Sie sich die Eigenschaften der verschiedenen Anbieter genau erklären! Das gilt besonders, wenn Sie sich für ein „Systemspielzeug“ entscheiden.
  • Achten Sie auf Warnhinweise! Die im Juni 2011 verabschiedete EU-Sicherheitsrichtlinie verlangt von Herstellern, sofern für den sicheren Gebrauch angemessen, allgemeine Warnhinweise zu Benutzereinschränkungen. Die Warnhinweise müssen deutlich sichtbar und leicht lesbar sein. Warnhinweise betreffen zum Beispiel das Mindestalter für Kinder, um mit einem Spielzeug zu spielen (Achtung! Für Kinder unter drei Jahren nicht geeignet).
  • Labels wie Testberichte bieten prinzipiell eine vernünftige Orientierung. Mitunter legen sie aber einen eigenen Maßstab bei der Bewertung von Spielzeug an. Das schränkt ihren Aussagewert ein. Uneingeschränkt vertrauen können Sie den TÜV-Zeichen.
Spielverhalten